Platinen herstellen mit der Tonertransfertechnik

Inhalt:

Material:

  1. Laserdrucker
  2. Katalog, z.B. von reichelt
  3. Leiterkarte mit Kupferschicht
  4. Säge, oder Dremel mit Trennscheibe
  5. Schleifpapier, fein, Metall
  6. Aceton
  7. Lappen
  8. Bügeleisen
  9. Schale mit Wasser
  10. Spülmittel
  11. ätzfeste Schale
  12. Gummihandschuhe
  13. Natriumpersulfat
  14. Mikrowelle oder Wasserbad
  15. Glasthermometer mind. bis 50°C
  16. Pinzette möglichst aus Kunststoff

Vorbereitungen

Als erstes schneidet ihr 2 Seiten aus eurem Katalog. Ich benutze dafür einen Reichelt-Katalog, mit dem funktioniert das gut. Achtet darauf, dass ihr möglichst gerade Kanten habt, sondst bleibt das Blatt später im Drucker stecken.

Nun klebt ihr beide Seiten jeweils auf ein normales DIN A4 Blatt in etwa in die Mitte. Wenn ihr ein großes Layout habt, könnt ihr das vorher auch einfach mal ausdrucken, und die Katalogseite dann an die entsprechende Stelle kleben. Als Kleber nutze ich Pritt-Roller von Henkel, aber ein normaler Klebestift sollte auch gehen.

Dann braucht ihr natürlich ein Layout, das ihr auf die Platine haben wollt. Das druckt ihr nun auf die vorbereiteten Blätter, und zwar auf die Katalogseite. Auf ein Blatt kommt die Unterseite der Platine, auf das andere der Bestückungsdruck, oder falls vorhanden, die Oberseite.

Ihr solltet wissen wie groß euer Layout ist, denn jetzt müsst ihr ein Stück Leiterplatte aussägen, dass diese Größe hat. Dafür nutze ich eine Dekupiersäge, eine normale Bügelsäge oder ein Dremel mit Trennscheibe würde aber auch gehen. Achtung: Der entstehende Staub ist krebserregend. Bitte einen Mundschutz verwenden

Jetzt solltet ihr ein Stück Metallschleifpapier nehmen, und die Kanten etwas entgraten. Auch hier wieder auf den Staub achten. Danach nehmt ihr einen Lappen, tränkt ihn etwas mit Aceton und reibt die Kupferfläche damit sauber. Aceton ist ein Hautgift. Längeren Kontakt mit der Haut möglichst vermeiden. Ausserdem gut lüften, Aceton wirkt narkotisierend, und kann Halluzinationen hervorrufen

Ab jetzt nicht mehr mit der Hand auf die Kupferseite kommen!

Jetzt entfernt ihr die Katalogseite von dem Blatt, und schneidet die Form mit etwa 2cm Rand aus. Dann nehmt die gereinigte Platine und legt sie mit der Kupferseite auf den Toner. Jetzt könnt ihr die Ränder umknicken, und mit Tesafilm das Papier auf der Platine fixieren.

Nun könnt ihr euer Bügeleisen aufheizen. Am besten auf eine Temperatur zwischen Wolle und Seide. Nun nehmt ihr einen Leinenbeutel, oder ein Stück Leinen, und legt es auf eine Hitzefeste Platte. Darauf kommt die Platine, mit der versteckten Kupferseite nach oben. Darüber schlagt ihr ein Stück des Leinen(beutels).

Wenn das Bügeleisen warm ist, fangt an und bewegt es ca. 10sek langsam über die Platine. Dabei solltet ihr etwas Druck ausüben. Nicht zu wenig. Aber auch nicht draufsetzen aufs Eisen.

Nach 10sek könnt ihr den Leinenbeutel aufmachen, und die Platine um 90° drehen. Danach wieder 10sek erhitzen, und wieder drehen. Das ganze 4 oder 5 mal.

Durch das Drehen wird die Platine von allen Richtungen mal belastet.

Wenn ihr damit fertig seid, nehmt die Platine aus dem Leinen, und lehnt sie irgendwo an. Wenn sie abgekühlt ist könnt ihr weitermachen.

Nehmt die Schale, und tut einen Tropfen Spüli rein. Danach mit lauwarmem Wasser auffüllen. Hier kommt jetzt die Platine rein. Ihr solltet warten bis das Papier überall mit Wasser vollgesogen ist. Unter dem Tesafilm kann das dauern, deshalb könnt ihr auch weitermachen, wenn unter dem Tesa noch kein Wasser ist.

Nun könnt ihr anfangen den Tesafilm vorsichtig unter Wasser abzulösen. Nicht zu schnell, sonst reißt ihr euch den Toner gleich wieder runter. Immer etwas warten, bis wieder Wasser unter den Tesa gesogen ist.

Irgendwann ist der Tesa ab, und nur noch Papier auf der Platine. Das könnt ihr unter Wasser einfach mit den Fingern abrubbeln.

Jetzt könnt ihr die Platine vorsichtig trocken tupfen.

Nun solltet ihr die Platine sorgfältig überprüfen. Sollte an manchen Stellen Toner fehlen, kann das mit etwas Edding korrigiert werden. Dann seid ihr mit den Vorbereitungen fertig.

Ätzen

Als erstes müsst ihr eure Ätzlösung ansetzen. Dafür solltet ihr etwas Wasser aufkochen. Das mischt ihr dann 1:1 mit kaltem Wasser, wodurch ihr etwa 50°C erhaltet.

Je nachdem wieviel Lösung ihr wollt solltet ihr 0,5l bis 1l Wasser mit 50°C haben. Das hängt auch von der Packungsgröße des Natriumpersulfats ab. 100g reichen etwa für 0,5l. In das warme Wasser gebt ihr jetzt nach und nach das Natriumpersulfat, und rührt um bis alles gelöst ist.

Ich habe mir dafür eine alte Saftflasche aus Glas genommen. Wichtig: Wenn ihr Lebensmittelverpackungen für sowas nehmt, dann markiert sie sehr auffällig, damit auch wirklich kein Mensch dran geht. Wer Kinder im Haus hat, sollte sich ne andere Aufbewahrungmöglichkeit suchen.

Jetzt gießt ihr euch soviel der Lösung in die Ätzschale, das ihr gut 1-2cm Flüssigkeit habt.

Das ganze wird jetzt in der Mikrowelle, oder mit nem Wasserbad auf rund 50°C gebracht. Wenn ihr die Mikrowelle nehmt, versteht sich von selbst, dass die nachher gesäubert wird! Ausserdem immer nur kurz anmachen, dann etwas drin rumrühren und die Temperatur kontrollieren. Wenn die 50°C erreicht sind, raus damit, und auf ne ebene Fläche stellen.

Da kommt jetzt mit der Pinzette die Platine rein. Ihr solltet das Thermometer auch drin lassen, um zu sehen, wann die Temperatur unter 45°C fällt. Dann nehmt ihr die Platine raus, und tut sie in die Schale von eben, in der jetzt normales kaltes Wasser ist. Dadurch wird der Ätzvorgang unterbrochen.

Dann könnt ihr die Ätzlösung wieder auf rund 50°C bringen. Sobald die erreicht sind, die Platine wieder rein, und weiter gehts.

Während die Platine ätzt, solltet ihr sie immer wieder bewegen, damit sich die kleinen Gasbläschen von der Oberfläche lösen.

Irgendwann werdet ihr dann bemerken, dass an manchen Stellen das Kupfer verschwindet. Jetzt seid ihr in der Schlussphase. Ihr müsst warten, bis überall kein Kupfer mehr ist, wo keins mehr sein soll. Dann nehmt ihr die Platine schnell aus dem Ätzbad, und "löscht" sie mit dem Wasser.

Danach kontrolliert, ob wirklich kein Kupfer mehr an ungewünschten Stellen ist. Sollte doch noch was da sein, einfach wieder rein in die Lösung. Das Ätzen kann man beliebig oft unterbrechen und fortsetzen.

Nachbehandlung

Jetzt holt ihr wieder euren alten Lappen raus, tränkt ihn wieder mit Aceton. Damit entfernt ihr den Toner von der Platine. Und heraus kommt euer Layout in Kupfer.

Ich kontrolliere hier immer mit einem Ohmmeter ob alles passt, alle Leiterbahnen verbinden, und Zwischenräume isolieren.

Wenn alles passt gehts ans:

Bohren

Zum bohren kann ich nicht viel sagen. Ich benutze meine Standbohrmaschine, und Platinenbohrer in diversen Durchmessern. Bei ICs kann es von Vorteil sein, mit einem Anschlag zu arbeiten, um die Löcher wirklich in eine Reihe zu bekommen.

Bestückungsdruck

Wenn die Löcher gebohrt sein, wird die Rückseite mit Aceton gereinigt. Dann halte ich die Katalogseite mit dem Bestückungsplan gegen das Licht, und versuche meine Platine darauf zu positionieren. Dabei helfen mit die Löcher als Positionierungshilfe. Dann wieder mit Tesa fixieren, und wie oben aufbügeln.

Wenn die Platine wieder von Papier befreit ist, wird sie nocheinmal auf ein umgedrehtes Bügeleisen gelegt. diesmal mit der Kupferseite aufs Eisen. Dadurch wird der Toner nocheinmal richtig eingebrannt. Deshalb darf hier das Bügeleisen auch auf max. Leistung stehen.

Abkühlen lassen und fertig!